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Katze humpelt – wie lange dauert eine Verstauchung?

Katze humpelt – wie lange dauert eine Verstauchung?

Katze humpelt – wie lange dauert eine Verstauchung?

Katzen verbergen es in der Regel gut, wenn es ihnen aufgrund von Erkrankungen oder Schmerzen schlecht geht. Aus diesem Grund ist immer von einem ernstzunehmenden Problem auszugehen, wenn eine Katze humpelt. Dahinter können verschiedene Krankheiten stecken, die einer tierärztlichen Klärung bedürfen.

In diesem Artikel haben wir mögliche Gründe für das Humpeln oder Lahmen einer Katze zusammengetragen und geben Tipps mit auf den Weg, wie man sich im Ernstfall verhalten sollte.

Langhaarige Katze liegt entspannt auf einer Fläche

Mögliche Ursachen für das Humpeln

Wenn eine Katze humpelt, kommen dafür viele Ursachen infrage. Neben harmloseren Auslösern wie einer Zerrung oder Verstauchung sind auch Verletzungen, Bisswunden oder ernsthafte Erkrankungen möglich.

Dass eine Katze humpelt, kann viele Ursachen haben. Nicht alle davon sind jedoch harmlos. Oft tritt Lahmheit infolge eines Traumas, wie Sturz, Stoß, Schlag, Biss oder das Hängenbleiben beziehungsweise Einquetschen von Gliedmaßen, auf. Eine wichtige Rolle beim Bestimmen der Ursache spielt auch, ob sich das Humpeln plötzlich zeigt oder über einen längeren Zeitraum hinweg entsteht.

Verletzung

Besonders dann, wenn eine Katze regelmäßig nach draußen gelassen wird, ist sie bestimmten Gefahren ausgesetzt. Diese wiederum begünstigen Verletzungen verschiedener Art. So kann es beispielsweise sein, dass die Katze humpelt, weil sie sich eine Schnittverletzung zuzog oder Risse in der Haut auftraten, nachdem sie irgendwo hängengeblieben ist.

Auch Stauchungen, Prellungen und Sehnenrisse sind mögliche Folgen ihrer Abenteuer. Dabei muss nicht immer der untere und sichtbare Teil eines Beins verletzt sein. Auch Probleme mit Schulter, Hüfte oder Rücken verursachen plötzliches Humpeln, werden jedoch nicht immer sofort erkannt.

Leidet eine Katze unter Schmerzen in den empfindlichen Pfotenballen, äußert sich das ebenfalls oft durch Lahmheit oder Humpeln. Dafür verantwortlich sind mitunter abgerissene oder abgebrochene Krallen oder solche, die in den Ballen eingewachsen sind. Es kann aber auch sein, dass die Katze humpelt, weil sie mit einem Fremdkörper, wie Glasscherben, Holzsplittern oder Pflanzendornen in der Pfote zu kämpfen hat.

Biss

Bei Katern kommt es vor allem in der Paarungszeit vor, dass sie sich mit Nachbarskatern anlegen. Dann wird erbittert um Weibchen gekämpft oder einfach nur das Revier verteidigt. Nicht selten kehren die Katzen mit kleinen Blessuren oder Bissverletzungen zurück. Es ist dann nicht verwunderlich, dass Katzen auch mal humpeln.

Bemerkt man, dass die Wunden stark bluten oder die Katze unter starken Schmerzen leidet, sollte sie umgehend von einem Tierarzt untersucht werden. Auch kleine Wunden müssen desinfiziert und beobachtet werden, da sich Katzenbisse schnell entzünden und dies wiederum starke Beschwerden bei der Katze hervorrufen kann.

Erkrankungen

Dass eine Katze humpelt, weist in manchen Fällen auf eine ernstzunehmende Erkrankung wie Arthrose hin. Dabei handelt es sich um ein Gelenkverschleiß-Syndrom, welches besonders ältere und übergewichtige Stubentiger betrifft. Arthrose ist zwar leider nicht heilbar, kann jedoch mit Schmerzmitteln und Futterzusätzen gelindert werden. Neben Humpeln kommen als Symptome auch geschwollene Gelenke oder Änderungen im Verhalten der Katze infrage.

Liegt eine Erkrankung des Nervensystems der Katze vor, kann sie ebenfalls humpeln. Dafür verantwortlich ist dann meist eine fehlende Funktion der Nerven, die ein Bein normalerweise steuern. Dies passiert zum Beispiel durch Verletzungen von Nerven aufgrund von Knochenbrüchen, Stürzen oder Unfällen. In seltenen Fällen ist auch ein Tumor die Ursache.

Daneben gibt es einige Infektionserkrankungen und Stoffwechselstörungen, durch die Nerven mitunter geschädigt werden, sodass die Katze humpelt oder andere Auffälligkeiten beim Laufen zeigt. Liegt beispielsweise eine Diabeteserkrankung vor, laufen Katzen oft durchtrittig, das heißt, sie gehen auf dem gesamten unteren Teil des Beins, anstatt ausschließlich auf den Pfoten.

Zerrung/Verstauchung

Katzen bewegen sich gern und tollen ausgelassen herum. Besonders dann, wenn sich ihr Spieltrieb zeigt, sind sie kaum zu bremsen. Deswegen kann es vorkommen, dass sich die Fellnasen eine Zerrung oder Verstauchung zuziehen. Dabei sind immer die Gelenke und Knochen betroffen. Oftmals heilen Zerrungen und Verstauchungen von allein wieder ab und benötigen nichts als ein bisschen Ruhe. Ein Tierarzt sollte jedoch eine Röntgenaufnahme vornehmen, um Knochenbrüche ausschließen zu können.

Eine Verstauchung oder Zerrung dauert bei Katzen meist nur ein paar Wochen an und ist dann häufig auch komplett wieder ausgeheilt.

Symptome

Ob eine Katze lahmt, erkennt man meist an mehreren Anzeichen gleichzeitig. Typisch sind ein entlastetes Bein, ein unsicherer Gang und deutliche Schmerzreaktionen.

Die Lahmheit einer Katze lässt sich durch Beobachtung verschiedener Symptome ausmachen. Dazu gehören:

  • Entlastung eines Beins
  • Steifer, unsicherer Gang
  • Vermeidung bestimmter Bewegungen
  • Schwellung, Rötung, Erwärmung und Schmerzempfindlichkeit einer Gliedmaße
  • Abnorm wirkende Winkelung einer Gliedmaße
  • Allgemeine Schmerzsymptome
  • Vermehrtes Ruheverhalten
  • Fieber

Erste Hilfe leisten

In manchen Fällen kann man beim Humpeln der Katze Erste Hilfe leisten. Zuerst sollte sie in einen ruhigen Raum gebracht werden, in dem sie schlafen kann und nicht durch andere Tiere oder Menschen zum Spielen animiert wird.

Danach ist es wichtig, sich die Ursachen des Schmerzes bewusst zu machen. Herausfinden sollte man dazu, ob Vorder- oder Hinterbein betroffen sind oder Verletzungen vorliegen. Dies lässt sich oft schon durch vorsichtiges Abtasten feststellen. Kommt man dabei an die betroffene Stelle, beginnen viele Katzen zu fauchen, zu knurren oder schmerzvolle Laute auszustoßen.

Fremdkörper, wie kleine Steine oder Stacheln von Pflanzen und Insekten, können vorsichtig mithilfe einer Pinzette aus der Pfote entfernt werden. Ist die Haut der Katze verletzt, muss diese anschließend gereinigt und desinfiziert werden. Wichtig ist, dass sich die Katze danach nicht intensiv an der Stelle leckt. Nach draußen sollte sie ebenfalls nicht, bis die Haut wieder verheilt ist.

Liegt jedoch eine innere Verletzung vor, sollte man nach mindestens 24 Stunden einen Tierarzt aufsuchen. Solche Verletzungen lassen sich oft nicht sicher selbst erkennen und müssen tierärztlich abgeklärt werden.

Diagnose beim Tierarzt

Damit die Ursache des Humpelns gefunden werden kann, erhebt der Tierarzt zunächst einen Vorbericht und untersucht die Katze anschließend gezielt orthopädisch oder neurologisch.

Bevor die eigentliche Untersuchung beginnt, wird durch den Tierarzt eine sogenannte Anamnese erhoben. Dabei handelt es sich um einen Vorbericht, mit dem Experten in Erfahrung bringen, seit wann eine Symptomatik besteht, ob diese akut oder schleichend auftrat und ob ein Unfall beobachtet werden konnte oder nicht. Auch weitere Anzeichen für Krankheiten spielen dabei eine Rolle. Erst danach erfolgt die eigentliche Diagnostik, welche folgende Schritte beinhaltet:

  • Begutachtung der Wunde
  • Beurteilung des Gangbildes
  • Neurologische oder orthopädische Untersuchung
  • Diagnose durch Röntgen

Liegt weder ein Fremdkörper noch eine offene Verletzung bei der Katze vor, wird der Arzt damit fortfahren, sich das Gangbild der Katze anzusehen. Hier kann es besonders bei ängstlichen Katzen sinnvoll sein, zuhause bereits ein Video aufzunehmen, wenn die Katze humpelt. Möchte das Tier in der Tierarztpraxis nicht aus seinem Transportbehältnis heraus, kann sich der Arzt so dennoch ein gutes Bild der Problematik machen.

Weiterführende Untersuchungen

Ist ein genauer Befund durch den Tierarzt nicht sofort möglich, werden weitere Untersuchungen eingeleitet, um herauszufinden, weshalb die Katze humpelt:

  • Röntgenuntersuchungen: zur Darstellung von Gewebe wie Knochen, inneren Organen und Gefäßen der Katze
  • Ultraschall: Darstellung verschiedener Gewebe des Körpers aufgrund ihrer unterschiedlichen Dichte mittels Ultraschall-Wellen
  • Computertomografie (CT): Röntgenverfahren zur Darstellung des Katzenkörpers in Querschnittbildern
  • Kernspintomographie (MRT): Betrachtung von Körperbereichen, die bisher mit anderen bildgebenden Verfahren nicht untersucht werden konnten
  • Punktierung des Gelenks: Suchen nach Gelenkentzündungen durch die Entnahme von Gelenkflüssigkeit
  • Knochenbiopsie: Entnahme einer Knochenprobe, während sich die Katze in Narkose befindet

Therapiemöglichkeiten

Welche Behandlung nötig ist, hängt vollständig von der Ursache des Humpelns ab. Je nach Befund kommen sowohl Wundversorgung und Schmerzmittel als auch Physiotherapie oder Operationen infrage.

Um eine hilfreiche Therapie für die Katze einzuleiten, ist das Ergebnis der Diagnose entscheidend. Bei Verletzungen kommen diese Dinge infrage:

  • Wundversorgung
  • Ruhigstellung der Gliedmaße
  • Chirurgischer Eingriff
  • Schmerzmittel
  • Antibiose

Liegt hingegen eine chronische Erkrankung vor, sind folgende Maßnahmen möglich, um die Symptome zu lindern oder den Krankheitsverlauf zu verzögern:

  • Medikamentengabe
  • Schmerzmittel
  • Osteopathie
  • Gewichtsreduktion
  • Physiotherapie
  • Chirurgischer Eingriff

Vorbeugung und Unterstützung

Problemen des Bewegungsapparats lässt sich bei Katzen nicht immer vorbeugen. Trotzdem können Ernährung, Gewichtskontrolle und angepasste Bewegung das Risiko deutlich senken.

Kommt es bei einer Katze zu Problemen mit dem Bewegungsapparat, ist oftmals der Gang zum Tierarzt nötig. Allerdings kann man als Katzenhalter bereits im Vorfeld einige Dinge tun, um gesundheitlichen Schäden dieser Art vorzubeugen.

  • Richtiges Futter, vor allem im Wachstum: Das Futter sollte viele wichtige Nährstoffe beinhalten.
  • Futterzusätze für die Gelenke: Diese sind meist in Pulverform erhältlich, welches man dem Futter beimischen kann. Natürliche Inhaltsstoffe unterstützen die Gelenke der Katze.
  • Vermeidung von Übergewicht: Alte und übergewichtige Katzen neigen besonders zu Arthrose, die wiederum dafür sorgen kann, dass die Katze humpelt.
  • Für ausreichende Bewegung sorgen: Mit Bewegung lassen sich besonders Erkrankungen wie Arthrose vorbeugen. Daher sollte man als Katzenhalter häufig mit der Mieze spielen. Auf große Sprünge und enge Wendemanöver ist dabei jedoch besser zu verzichten, da diese die Gelenke einer Katze besonders beanspruchen.

FAQ – Häufig gestellte Fragen

Welche Ursachen können dazu führen, dass eine Katze humpelt?

Eine Katze kann aus verschiedenen Gründen humpeln, darunter Zerrungen oder Verstauchungen, Verletzungen wie Schnittwunden, Prellungen oder Sehnenrisse, Bisswunden, Erkrankungen wie Arthrose oder Nervenerkrankungen sowie Fremdkörper in der Pfote.

Wie lange dauert eine Verstauchung bei einer Katze in der Regel?

Eine Verstauchung oder Zerrung dauert bei Katzen meist nur ein paar Wochen und heilt häufig komplett wieder aus, wenn die Katze ausreichend Ruhe bekommt.

Welche Symptome deuten darauf hin, dass eine Katze humpelt?

Typische Symptome sind das Entlasten eines Beins, ein steifer und unsicherer Gang, Vermeidung bestimmter Bewegungen, Schwellungen, Rötungen, Erwärmung und Schmerzempfindlichkeit an einer Gliedmaße sowie allgemeine Schmerzsymptome und vermehrtes Ruheverhalten.

Was sollte man als erste Hilfe tun, wenn eine Katze humpelt?

Die Katze sollte in einen ruhigen Raum gebracht werden, um sie zur Ruhe zu bringen. Man sollte vorsichtig die betroffene Stelle abtasten, Fremdkörper wie Dornen oder Splitter vorsichtig entfernen und Verletzungen reinigen und desinfizieren. Die Katze sollte nicht an der Wunde lecken und nicht nach draußen gehen, bis die Haut verheilt ist. Bei inneren Verletzungen sollte nach 24 Stunden ein Tierarzt aufgesucht werden.

Wann ist es notwendig, mit einer humpelnden Katze zum Tierarzt zu gehen?

Ein Tierarztbesuch ist notwendig, wenn die Katze starke Schmerzen hat, Wunden stark bluten, sich eine innere Verletzung vermuten lässt oder die Symptome nach 24 Stunden nicht besser werden. Auch bei Bisswunden oder wenn eine genaue Diagnose benötigt wird, sollte ein Tierarzt aufgesucht werden.

Wie diagnostiziert der Tierarzt die Ursache für das Humpeln bei einer Katze?

Der Tierarzt erhebt zunächst eine Anamnese, untersucht die Katze orthopädisch und neurologisch, begutachtet Wunden, beurteilt das Gangbild und kann Röntgenuntersuchungen durchführen. Bei Bedarf werden weitere Untersuchungen wie Ultraschall eingeleitet.

Welche Erkrankungen können bei einer Katze Humpeln verursachen?

Erkrankungen wie Arthrose, die besonders ältere und übergewichtige Katzen betrifft, Nervenerkrankungen durch Verletzungen oder Tumore sowie Infektionskrankheiten und Stoffwechselstörungen wie Diabetes können Humpeln verursachen.

Wie können Fremdkörper in der Pfote einer Katze das Humpeln verursachen?

Fremdkörper wie Glasscherben, Holzsplitter oder Pflanzendornen können in der Pfote stecken bleiben und Schmerzen verursachen, die sich durch Lahmheit oder Humpeln äußern. Diese sollten vorsichtig entfernt und die Pfote gereinigt werden.